Wanderruderfahrt auf der Mosel vom 12.10. - 21.10.2007

Was hier zu lesen ist, hat ein Jeder in das Büchlein eingetragen. Angela sammelte die Eindrücke, der 8 Möllner Ruderinnen und Ruderer (Martine, Peter, Nicole, Lisa, Angela, Wolfgang, Jürgen und Eva), die an einem Donnerstag den Hänger mit zwei Booten beladen, um die Mosel von Trier nach Koblenz zu berudern. Es ist alles gut vorbereitet. Für jedes Boot ist ein detailliertes Kursbuch geschrieben, die Hotels sind gebucht, die Anlegemöglichkeiten erfragt, die Schleusen erkundet und der Gepäcktransport organisiert. So gerüstet fährt der Vortrupp mit den Booten nach Trier.
Der freundliche Empfang und eine wohltuende Hilfsbereitschaft begegnen uns auch in dem Trierer Ruderverein Treviris. Wir haben immer das Gefühl, dass wir zu Freunden kommen. Die Boote und der Hänger finden ein sicheres Quartier an der Mosel und die Mannschaft checkt im Zentrum von Trier neben einem recht alten, grauen, eckigen Klotz, der Porta Nigra, im Hotel ein.

Die nächsten Tage werden wir entspanntes Dahingleiten auf spiegelglattem Wasser in einer harmonischen Gruppe, kitschig schöne Landschaften, Wein direkt vom Hersteller, strahlenden Sonnenschein und angenehme Temperaturen erleben. Die Mosel wird sich oft von ihrer Bilderbuchseite zeigen und wir genießen diesen goldenen Oktober.

0. Etappe: Ein Tag in Trier

Morgens stellen wir Hochnebel fest. Ein Zeichen, dass das Wetter schön wird. Jürgen fährt den Hänger nach Koblenz, dort erwartet ihn der Rest der Mannschaft. Wir treffen uns am Nachmittag alle in Trier.

Zur Begrüßung trinken wir einen trockenen Moselwein (Riesling) in der Fußgängerzone.  Anschließend machen wir eine Stadtrundfahrt  mit dem Bus in der ältesten Stadt Deutschlands. Neben den bekannten Sehenswürdigkeiten (Porta Nigra, Amphitheater, Dom) hat Trier viele schöne gut erhaltene Häuser vor zu weisen.

Danach hat jeder noch mal Zeit für sich, bis das Abendessen ruft. Anschließend setzen wir uns zum Briefing für die 1. Etappe zusammen. Das Bett ruft !!!!

Lisa

 

 

 

1. Etappe: Trier - Klüsserath

Nach dem Sitzen der langen Anreise ist der fast 3 km lange Fußweg von dem Hotel an der Porta Nigra, dem Wahrzeichen von Trier, durch die Altstadt, am Ufer der Mosel entlang, zum Ruderverein Trevires, dem Start der Rudertour der richtige Ausgleich.

Die Boote liegen aufgeriggert und sicher auf dem Gelände des Trierer Rudervereins,  ein Verein, der sich mit einer aufwendigen Steganlage auf die unterschiedlichen Wasserstände der Mosel eingestellt hat. Wir benötigen diesen Steg und alle Teilnehmer, um die "alte" Jahn ins Wasser zu bekommen, doch bald werden wir die Vorzüge eines schweren A- Bootes bei einer Wanderfahrt schätzen lernen.

Strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und Windstille begleiten uns auch bei der ersten Etappe. Die Mosel zeigt sich von ihrer Bilderbuchseite und lässt uns einen goldenen Oktobertag erleben.

Die erste Bootsschleuse war zwar außer Betrieb, dafür hatten wir die riesige Schiffsschleuse für uns ganz alleine. Dies ersparte einem von uns das Aussteigen und die manuelle Betätigung der Schleusentore.

Im Stile von Hollywood prangen die Namen der Weinberge zwischen den Reben und machen uns Neugierig auf die Steillage Riesling. Vorbei an den endlosen Weinhängen rudern wir 29,8 km unserem ersten Ziel bei Klüsserath entgegen, wo uns ein ausgiebiges Abendessen und eine Weinprobe erwartet.

Danach kommen wir alle hundemüde in das Hotel zurück, denn wir mussten von allen Flaschen probieren. Das Briefing für die 2. Etappe ist kaum noch aufnehmbar, aber wir haben es ja schriftlich. Also Schluss !!!!

Jürgen

2. Etappe: Klüsserath - Bernkastel-Kues

Nach dem Frühstück geht es zu den Booten, die wir am Campingplatz von Klüsserath gelagert haben. Die Mosel ist ein einziges Nebelbett, so entschließen wir uns, eine halbe Stunde später zu starten.

Der Nebel hat sich kaum gelichtet, aber die Mannschaft brennt, also fahren wir los. Nach gut einer halben Stunde Fahrt, löst sich der Nebel langsam auf, und es ist wieder ein schöner blauer Himmel mit viel Sonnenschein zu sehen. Die Rudertour bietet uns einen wunderbaren Anblick, vorbei an kleine Orte und Weinhängen. Zwischendurch legen wir an, denn Hunger und Durst überkommen uns.

Die Stecknitz und die Jahn leisten gute Arbeit. Gegen späten Nachmittag erreichen wir Bernkastel-Kues (längste Strecke 33,8 km).

Im Hotel angekommen, machen wir uns frisch, und anschließend auf die Suche nach einem netten Restaurant. Das malerische Städtchen beeindruckt uns. Nach dem Essen ist das Briefing der 3. Etappe angesetzt. Trotz der vielen Ruderkilometer bemühen wir uns die Ohren offen zu halten.

 Wolfgang

 

3. Etappe: Von Bernkastel-Kues nach Traben-Trarbach

Heute haben wir eine halbe Stunde länger geschlafen, damit sich der Nebel lichten kann. Der Blick aus dem Hotelfenster ist viel versprechend. Kein Nebel und ein wolkenloser blauer Himmel, so weit man sehen kann. Wir fangen unsere 3. Etappe buchstäblich mit unserer "Wander-Ruderfahrt" an und laufen die ca. 2 Kilometer vom Hotel zum Bootshaus des Ruderclubs Bernkastel-Kues.

Das viel versprechende Wägelchen, das uns beim Transportieren der Boote helfen sollte, ist noch immer nicht aufzufinden und somit legen wir alle Hände ans Boot. Mit diesem eingespielten Team verläuft alles sehr flott und somit konnten wir unsere Tour über 22,3 km starten. Nach 4,5 Km erreichen wir die erste Schleuse. Eine Bedienungsanleitung ist nicht vorhanden und nach mehreren Tastendrücken haben wir die Schleuse in Richtung Talfahrt hinter uns. Der Vierer legt ein schönes Tempo vor und irgendwie merken wir schnell, dass bei unserem Zweier was nicht stimmt. Ein Anlegen am Ufer ist erforderlich; allerdings ist weit und breit kein Bootsteg in Sicht. Es bleibt uns nichts anderes übrig, als dass 2 Mutige barfuss ins Wasser stapfen um das Boot sicher an Land zu bringen, wo alles noch einmal überprüft und "ruderfrei" gemacht wird. Mit "in die Auslage und los" geht es weiter, aber weit und breit ist der Vierer nicht in Sicht und somit wird erstmal ein Aufholtempo angelegt. Nach einer langen Kurve bekommen wir dann den Rest des Teams in Sicht. Gemeinsam steuern wir einen kleinen Bootsteg an, damit wir alle wieder Kräfte auftanken können. Mit belgischen Pommes geht das einfach wunderbar!!

Schnell legt der Vierer wieder ein schnelles Tempo vor und wir haben nur das Nachsehen. Die letzten Kilometer werden angekündigt und der "Schlagmann" entscheidet sich spontan zu einer Aufholjagd. Mit letzten Kräften und einmaliger Steuerkenntnis erreichen wir tatsächlich als erstes Boot den Steg des Ruderclub Traben-Trarbach.

Diesmal war uns der Weg zum Hotel dann doch etwas weit und ein Großraumtaxi wurde herbeigeholt, um uns ins Hotel Trabener Hof zu bringen.

Statt sich selbst etwas zu erholen, suchten Eva und Jürgen ein schönes Lokal zum Abendessen. Mit der alten Zunftscheune haben sie wirklich einen Volltreffer gelandet! Die sehenswerte Menükarte kann man herunterladen unter: http://www.zunftscheune.de/speisekarte.pdf

Wir halten noch ein kurzes Briefing im größten Zimmer bei Angela + Wolfgang für unsere nächste, die 4. Etappe, spüren dann aber doch die Anstrengungen und den Aufenthalt in der frischen Luft und gehen ohne murren schlafen.

Martine

 

4. Etappe: Traben-Trarbach - Bulley / Edinger-Eller

Ein Blick aus dem Hotelfenster in Traben-Trarbach. Nebel!!! Also erst einmal in Ruhe frühstücken. Jürgen geht an die Mosel, um nachzusehen, ob wir schon ablegen können. Doch das andere Ufer ist noch nicht sichtbar. Wir verschieben die Tour um eine Stunde, so haben wir noch Zeit, Brötchen und Kuchen für den Tag einzukaufen.

Wir bestellen ein Großraumtaxi, das uns zum Ruderclub fährt. Die Mannschaft ist wieder 100% vorhanden. Wir lassen die Boote zu Wasser, und auf geht’s. Der Nebel hat sich gelichtet, und nach der nächsten Kurve: " Sonnenschein ".

Wir genießen die Fahrt, und nach einer Weile legen wir an. Wie gut, dass es so viele Stege gibt. Jürgen und Wolfgang halten Bootswache. Nachdem sich sechs Mann / Frau gestärkt haben, dürfen die Bootswächter auch noch essen. Dieses gestaltet sich etwas langwierig, da Wolfgang sein Essen nicht bekommt.

Nach endlosem Warten, können wir dann doch noch alle gestärkt weiterrudern.

Auf dem Campingplatz in Bulley werden die Jahn und Stecknitz behutsam gelagert. Dann geht es zum Bulleyer-Bahnhof, da unser Hotel in Edinger-Eller liegt. Am Bahnhof angekommen, stellen wir fest, dass der Zug in wenigen Minuten fährt. Sieben Mann / Frau halten den Zug auf, da ein Mann wegen eines wichtigen Termins zurzeit nicht anwesend ist. Unser Hotel erreichen wir dann zu Fuß vom Bahnhof Edinger-Eller.

Wir freuen uns auf die Dusche, 24km liegen hinter uns. Am Abend erwartet uns ein "Moselländisches Abendessen". Wir geniessen. Das Briefing für die 5. Etappe gestaltet sich schwierig, weil der Fernseher immer mitläuft. Und dann verliert noch Deutschland gegen Tschechien.

Gute Nacht !!!!!

Nicole

 

5. Etappe   Bullay – Cochem

Der Morgen beginnt mit einer Ungewissheit – die Bahn streikt in weiten Teilen Deutschlands -. Wir machen uns trotzdem auf zum Bahnhof und versuchen, unterwegs per Handy eine Auskunft der Bahn zu bekommen, was überraschend schnell gelingt: Unsere Strecke von Ediger-Eller nach Bullay wird nicht bestreikt. Auch müssen wir diesmal den Lokführer nicht wegen verlustiger Personen aufhalten.

In Bullay wieder eine Wanderung durch den Ort (sollte nicht eigentlich das Rudern im Vordergrund unserer Reise stehen?), mit obligatorischem Halt beim Bäcker und anschließendem kurzem Schauer, der die wettererprobten Ruderer schnellstens unter das nächst beste Dach treibt!

Unsere Boote am Campingplatz müssen erst einmal leer gepumpt werden, bevor wir unter den Augen neugieriger Passanten und Campinggäste die Boote zu Wasser lassen.

Nach kurzer Fahrt die erste Schleuse (St. Aldegund), aber wir haben ja schon Routine. Weiter geht’s in einer weiteren Moselschleife nach – ja, Ediger-Eller. Da waren wir doch heute schon einmal. Und sogar einen geeigneten Anleger gibt's, praktisch vor unserem Hotel, nur tückisch glatt ist das Stück. Und erst nach dem Anlegen lesen wir das Verbotsschild: „wegen Baufälligkeit des Steges nicht anzulegen“. Immerhin, uns hat er ausgehalten.

Zur richtigen Pause fehlte jedoch ein wesentlicher Bestandteil: eine Flasche Riesling Sekt! Aber wir hatten doch auf unserer Wanderung zum Bahnhof ein Weingut – sogar mit Destille – gesehen. Dem Versorgungsproblem können wir also erfolgreich beikommen.

Weiter geht's bis Beilstein, "das Dornröschendorf der Mosel". Wir legen wieder an einem Campingplatz an, am Backbordufer kurz vor der am Seil geführten (aber mit Motorkraft betriebenen) Fähre rüber zum Ort. Das sichere Vertäuen der Boote nimmt allerdings viel Zeit in Anspruch, und die gigantischen Apfelstrudel mit Vanillesoße des Kiosks haben für die Süßmäuler eine größere Anziehungskraft als städtebauliche Sehenswürdigkeiten. Fast alle bleiben im Kiosk "hängen", sehen den Ort nicht an, der zwar wirklich hübsch, aber deswegen auch sehr touristisch ist.

 

Keine 2km weiter die Schleuse Fankel, aber Schleusen stellen für uns kein Hindernis mehr da. Frohen Mutes und gestärkt geht’s aus der Schleuse in den nächsten Bogen, wo uns völlig überraschend heftige Sturmböen entgegen blasen – die Ruder gegen den Wind zu drücken erfordert mehr Kraft als sie im Wasser durchzuziehen. Die Stecknitz, heute nur mit weiblicher Besatzung, wird gefährlich nahe an das steinige Moselufer gedrückt, und die Mädels können sich nur durch Abstützen an den Steinen vor dem Schiffbruch retten, kommen dann aber wieder frei und können sich in die Flussmitte retten. Dramatisch!

Das jedoch scheint den Damen auf die Blase geschlagen zu haben, und zwar derart, dass jeder auch nur halbwegs brauchbare Steg genommen wurde: ein Anleger der Passagierschifffahrt, mannshoch über der Bordkante. Entsprechend schwierig das Aus- und Einsteigen, noch schwieriger, auf dem weitläufigen Gelände ein geschütztes Plätzchen zu finden.

Derweil versucht die Jahn, besetzt mit 3 Männern, im Strom die Position zu halten. Ein zwischenzeitlich vorbeikommender Fluss-Kreuzfahrer bringt nicht nur das Boot der Damen am Anleger in Bedrängnis, sondern auch die Jahn. Der Sog nach der Bugwelle lässt das Wasser unterm Kiel einfach so davonlaufen und fördert gefährliche steinerne Buhnen zutage, so dass sich auch die Jahnbesatzung mächtig ins Zeug legen muss, um vom Ufer weg zu kommen.

Nach all der Aufregung freuen wir uns, die Boote heil bei der Cochemer Rudergesellschaft an Land bringen zu können. Wieder einmal kommt der andere Teil unserer Rudertour zum tragen: - das Wandern -. Cochem ist nicht so groß, aber ziemlich lang, besonders mit Gepäck. Aber wir wollten ja auch die Ortschaften kennen lernen, und wir hatten auch immer einen Blick auf die romantische, wirklich schön über dem Ort liegende Reichsburg.

Die Personenfähre, die uns auf die andere Moselseite bringen sollte, hat bereits Feierabend, und so gibt's einen weiteren Umweg über die Brücke – nachdem wir den ganzen Tag im Boot nur gesessen hatten, soll sich die Wanderung ja auch lohnen. Eva und Nicole zog es dann auch gleich in Richtung der ersten Restaurants.

Schließlich finden wir auch ein Gästehaus mit dem Namen unseres gebuchten Hotels "Gute Quelle", nur die Anschrift stimmt nicht, und es sollte auch ein Hotel sein. Also noch ein paar hundert Meter weiter, wieder bergab Richtung Mosel: da ist es! Müde wollen wir uns anmelden, nur um zu erfahren, dass wir im vorher gesehenen Gästehaus unterkommen! Also wieder rauf den Berg, aber diesmal ohne Gepäck, das nahm die Wirtin im Wagen mit.

Abendessen (und am nächsten Tag das Frühstück) gab's dann wieder im Hotel, aber da waren wir auch schon wieder ausgeruht, so dass der Weg dorthin nicht schwer fiel. Das Essen ist sehr ordentlich, und es gibt Berge von Sauerkraut!!!

 

Peter

 

6. Etappe:  Cochem - Brodenbach

Am heutigen Morgen haben wir alle Freizeit bis 11 Uhr. Es liegen nur 22 Ruderkilometer vor uns. Wir nutzen die Zeit zum Bummeln und Einkaufen. Über uns die erhabene Burg von Cochem. Einige lassen sich mit einer Fähre von einem Ufer zum anderen Ufer der Mosel bringen. Wir genießen die Fahrt mal ohne Eigenkraft.

Um Punkt 11 Uhr stehen alle Mitglieder am Steg des Cochemer Ruderclubs. Wir lassen die Stecknitz und Jahn ins Wasser. Die Jahn zahlt sich mal wieder aus. Wir legen los und merken schon nach ca. 3 km, dass uns der Wind kein Freund ist. Der Himmel bewölkt sich immer mehr. Ich schaue zur Jahn rüber, die wieder mit 3 Burschen besetzt ist. Dann erinnere ich mich an den gestrigen Tag, als unsere Frauencrew, die Stecknitz aus einer missligen Lage befreit hat.

Mein Kampfgeist und Stolz kehren zurück. Nun erwischt uns doch noch ein Schauer. Gerade rechtzeitig erreichen wir den Steg. Die Tropfen werden mehr, und ein großer Baum gibt uns Schutz.

Wir stärken uns und legen mit lichtem Sonnenschein ab. Die heutige Schleuse kommt näher. Unsere Steuerleute bringen uns behutsam hinein, doch vorher klettert unser ernannter Boots-Schleusenwärter aus der Jahn. Er hat uns nun in der Hand, denn ohne sein Tun geht gar nichts. Wir sind lieb zu Wolfgang. Mein schwarzer Humor steigt hoch, die engen Schleusen sind wie eine Gruft. Zum Glück sind wir alle angstfrei von Höhen und Tiefen. Es geht weiter Richtung Brodenbach, heute möchte keiner mit den Steuerleuten tauschen, es ist ar...kalt. In Brodenbach dürfen wir in den Schutzhafen, aber das Anlegen gestaltet sich schwierig, die Boote müssen an Land. Im Hotel angekommen, nutzen wir jeder die Zeit vor dem Essen. Nach der Raubtierspeisung besprechen wir die letzte 7. Etappe. Diesmal sind wir hellwach, es geht schon zu Ende. Träumt süss !!!!

Angela

 

7. Etappe:  Brodenbach-Koblenz

Der letzte Tag unserer Tour. Die Wanderungen beginnen heute bereits im Hotel – riesiges, auf Reisegruppen ausgerichtetes Haus – denn unser reservierter Tisch ist "Meilen" vom Büffet entfernt.

Ein wunderschöner Morgen: es ist lausig kalt, aber die Sonne lacht vom Himmel. Über der Mosel und den Bergen hängen dünne, feenhafte Nebelschwaden, geradezu kitschig schön.

Erst einmal heißt es wieder über den Zaun des Wasser- und Schifffahrtsamtes klettern, um an die Boote zu kommen. Das Aufrüsten gestaltet sich etwas schwierig, weil der Slip, auf dem die Boote lagen, aus Beton ist und die Boote nicht längsseits, sondern nur in einem Winkel zum Slip liegen können. Mit der nötigen Vorsicht geht jedoch alles heil vonstatten.

Nach 6 km die nächste, unsere letzte Schleuse bei Lehmen. Uns wird angesichts des nahenden Endes fast schon wehmütig. Bei Kobern dann unsere Rast an einem geeigneten, aber schmalen Anleger. Am benachbarten Anleger kippt ein Ausflugs-Party-Dampfer mit lauter Musik die ersten, teils jetzt schon (noch nicht einmal Mittag) betrunkenen Massen an Land. Wir legen fast zeitgleich ab, und der Dampfer überholt uns nach kurzer Zeit, um in Koblenz die nächsten Massen aufzunehmen. Schon jetzt läuft an Bord jemand im Nikolaus-Kostüm herum. Einer der niveauvollen Gäste an Bord muss aus Kröv gewesen sein – er zeigt uns seinen Nacktarsch. Na ja...

Wenig später passieren wir die höchste Autobahnbrücke Deutschlands. Schon gewaltig, aus so einer kleinen Nussschale von unten betrachtet. Dass jetzt da oben nur keiner von der Straße abkommt...

Die Bebauung wird deutlich dichter, auch der Verkehr an Motorbooten – Koblenz kündigt sich an. In der Nähe des Ruderclubs befinden sich zahlreiche Anleger und Marinas, den letzten km zählen wir im Countdown - wir sind da, am Koblenzer RC Rhenania. Alles gut gegangen, wir haben 191 km Mosel ohne Schäden an Mensch und Material hinter uns gebracht!

Alles gut gegangen? Plötzlich steht Jürgen nur mit dem Seil in der Hand da. – Die Stecknitz hat sich gelöst und treibt langsam davon. Nicht lange gefackelt, Jürgen springt aus den Schuhen und in voller Montur hinterher in die Mosel, fängt sie wieder ein und bringt sie sicher zurück. Also doch alles gut gegangen, und das Bad war zu dieser Jahreszeit sicherlich "erfrischend". Aber wer fragt in einer solchen Situation schon danach. Wir waren am Club und dort gibt es Duschen.

Die Boote werden abgeriggt, gewaschen, so weit wie heute möglich auf den Hänger verladen. Noch ein letzter Kaffee am Moselufer, dann ab ins Hotel. Zum Abschluss gönnen wir uns bei "Da Vinci", einem noblen Italiener (www.davinci-koblenz.de) ein richtig schönes und stilvolles Essen. Das haben wir uns verdient!

Peter

 

 

 

 

 

Glossar

 

alter, grauer, eckiger Klotz Porta Nigra in Trier (Kulturbanause)

 

Wie eine Gazelle                    Ein- u. Aussteigen ohne sich selbst und das Boot zum

                                                   kentern zu bringen

 

Ready to rumble                    Kommando - Mannschaft in die Auslage und los

 

Ist doch immer wieder

schön an der Elbe               orientierungslose Person

 

Oberboots-

schleusenanwärter               techn. versierter Mensch mit Hang zur Selbstbedienung

                                                   und Klettern

 

Gib mir mal das Band           Bootsseil ( tau ) reichen

 

Briefing                                    Besprechung mit übermüdeten Personen am Abend

 

Rieslingberge                         Weinberge an der Mosel