„Hamburg, meine Perle...“

von Hilke Lage

Fürchterliches hatten die Wetterfrösche angesagt, als sich 13 unerschrockene RuderInnen des MRC am 1. Juli per Auto auf den Weg nach Hamburg machten. Mit dabei: die „Jahn“, die „Möwe“ und die „Ellerntor“ (trotz verdächtigen Anstrichs).
Am Ruderverein Bille erwarteten uns bereits Zirpa und Herbert von der Rudergesellschaft Lauenburg. Nach dem Aufriggern wurde dann zunächst Caris´ selbsterstellte Dopingprobe getestet (Holunderbeersekt – A- und B-Probe eindeutig positiv!), anschließend ging es in ausgelosten Mannschaften Richtung Elbe los.
Bis kurz hinter der zahmen Norderelbe ging alles gut. Doch dann geschah das Unglaubliche: Plötzlich tauchte der inzwischen durch die Medien berühmt gewordene – damals noch lebende – 8 Meter lange Pottwal vor der weit vorausfahrenden „Jahn“ auf und zwang Steuermann Herbert zu einer Vollbremsung im seitlichen Schlick.
So schnell wie es aufgetaucht war, war das Tier auch schon wieder verschwunden, so daß die nachfolgenden ahnungslosen Boote ganz zu Unrecht Spott und Hohn über der aufgelaufenen „Jahn“ ausgossen.
Doch das Jagdfieber dieser Mannschaft war geweckt: Quer durch die Speicherstadt wurde die Verfolgung aufgenommen, für das herrliche Panorama hatten die Ruderer kaum einen Blick.
Vor der Schaartorschleuse trafen sich die Boote schließlich wieder, um dann am Rathausmarkt eine erste Pause beim Stuttgarter Weinfest einzulegen.
Doch mit dem donnernden Ruf „Wal! Da bläst er!“ trieb Jürgen die Mannschaften schon bald wieder in die Boote. Unverkennbar stieg auf der Binnenalster hinter dem Jungfernstieg der Blas eines Wals in die Luft!
„Möwe“, „Ellerntor“ und „Jahn“ gaben ihr Bestes, um das Tier zu erlegen: Alle Boote umrundeten mit voller Kraft die Fontäne, um den Wal zum Auftauchen zu bewegen - leider vergebens. So blieb nur die Fahrt über Außenalster, idyllische Kanäle und Alsterlauf bis zum Ruderclub Teichwiesen. Dort wurden bei Korn und Proviant die besten Walfangerlebnisse ausgetauscht, bis sich die müden Knochen einigermaßen erholt hatten.
Am späten Nachmittag gelangten die Boote trotz der Flottillen von Tretbootfahrern und Kanuten glücklich zum Ziel, dem Ruderclub Dresdenia. Danke, Eva und Jürgen, für die prima Organisation!
Als Resultat dieser aufregenden Fahrt entstand neben einem Sonnenbrand (!) der Plan, im nächsten Jahr eine zünftige Kaperfahrt zu einer Elbinsel zu unternehmen – mit Elbquerung und - für alle Fälle - Harpunen an Bord!